Frau sitzt erschöpft nach einer schlaflosen Nacht nach einer Panikattacke im Tagebuch einer (ex?) Angstgeplagten.

Episode 2 – Der Tag nach dem Sturm… oder wie ich gemerkt habe, dass Google keine Fachperson ist – und dass ein Buch helfen kann, sich weniger allein zu fühlen

Die Stille nach dem Sturm

Frau sitzt erschöpft nach einer schlaflosen Nacht nach einer Panikattacke im Tagebuch einer (ex?) Angstgeplagten.

Es gibt diesen Moment, über den kaum gesprochen wird – dabei ist er so intensiv wie hinterhältig: die Zeit nach der Krise.

Du weißt schon, dieser Moment, wenn der Körper langsam wieder herunterfährt, aber das Gehirn noch mit Sirene durch sämtliche Gassen im Kopf rast.

Ich erinnere mich, wie ich am Bettrand saß – Herz immer noch im Galopp, die Hände feucht, der Hals trocken – und nur ein Gedanke kreiste in mir:

„Was war das gerade?“

Dr. Google macht’s schlimmer

Also tat ich das, was viele in solchen Momenten tun: Ich googelte. Und damit wurde es erst richtig schlimm. Ich tippte Dinge ein wie „Herzrasen + Kloß im Hals + Todesangst + verliere ich den Verstand?“ Und das Internet – in all seiner „Hilfe“ – servierte mir die volle Bandbreite:

  • generalisierte Angststörung
  • Schlaganfall
  • Hirntumor
  • oder der Klassiker: eine seltene, tödliche Krankheit, die von der Forschung noch nicht entdeckt wurde

Ich fragte mich sogar, ob mich mein Karma dafür bestrafte, dass ich 2004 den Geburtstag meiner Tante vergessen hatte. Ich verbrachte die halbe Nacht auf Foren – zwischen verstörenden Berichten, wilden Eigendiagnosen und Tipps wie „Iss eine Banane und leg Dich schlafen“ (…wirklich?).

Das Gewicht des Schweigens

Das Schlimmste war nicht mal das, was ich da las. Das Schlimmste war die Einsamkeit. Dieses Gefühl, im eigenen Körper gefangen zu sein. Unverstanden. Seltsam. Kurz davor, den Boden zu verlieren. Und genau da – passierte das kleine Wunder.

Eine echte Verbindung

Eine Freundin. Eine echte. Nicht die Sorte, die sagt: „Komm, atme mal durch, das geht schon weg.“ Sondern jemand, die in meinen Augen etwas sah, das ich selbst noch nicht in Worte fassen konnte.

Sie sagte so etwas wie: Weißt Du, ich kenne das auch. Hier, lies dieses Buch.“

Und sie reichte es mir wie eine Rettungsboje – an eine Person, die gerade in Jeans durch einen Sturm schwimmt.

Lesen, um sich wiederzufinden

Ich wusste noch nicht, dass genau dieses kleine Buch meine Richtung ändern würde. Ich las es in einem Rutsch durch. Jede Seite traf mich – aber nicht wie ein Schlag, sondern wie ein Wachmacher. Ich war nicht alleine. Nicht verrückt. Nicht kaputt. Ich war einfach… ein Mensch. Ein Mensch mit einem etwas übermotivierten inneren Alarmsystem.

Frau liest ruhig ein Buch auf einem Rettungsring, findet Halt nach einer Panikattacke im Tagebuch einer (ex?) Angstgeplagten.

Dieses Buch gab mir Worte für das, was ich vorher nur gespürt hatte. Es half mir, zu verstehen, was da in mir passiert – und vor allem: mich wiederzuerkennen in der Geschichte eines anderen Menschen.

Wahnsinn, wie viel freier sich das Atmen anfühlt, wenn man merkt, dass man kein Einzelfall ist.

Erkenntnis

Und da kam sie – die nächste Erkenntnis: Ich konnte nicht weitermachen wie bisher. Ich brauchte Hilfe. Keine schnellen Ratschläge. Keinen Lavendel-Detox-Tee. Professionelle Unterstützung. Jemand, der einfach nur da ist und zuhört. Ohne Bewertung. Denn ehrlich – ich verurteilte mich selbst schon genug.

Ich brauchte keinen weiteren Blick, der sagt: Das ist doch alles nur in Deinem Kopf.“

Ich brauchte einen, der sagt: Ich bin da. Und wir gehen da gemeinsam durch.“

Und Du – nach dem Sturm?

Nach einer Panikattacke: Eine blonde Frau mit langem Haar liest entspannt am Meer ein Buch und symbolisiert innere Ruhe, Erholung und neue Lebensfreude.

Und Du?

Was machst Du nach dem Sturm? Googelst Du?

Weinst Du heimlich unter der Dusche?

Tust Du so, als wäre alles okay?

Oder hast Du Deine Rettungsboje schon gefunden?